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Weston - Vier Generationen > Ausstellungsrückblick

Einen zeitgenössischen Beitrag zur „Kunst & Bibel“ Ausstellung leistet die „Gruppe 16“, ein
Zusammenschluss etablierter Kunstschaff ender aus dem Landkreis Freyung Grafenau. Rudi Seidl,
Susanne Zuda, Regina Fleck, Michael Schreiner, Siegfried Stockbauer und Josef Schneck haben
sich in unterschiedlichsten Techniken der Thematik gewidmet und teilweise neue Interpretationen
und Illustrationen geschaff en - in Öl, Kreide, Aquarell oder Acryl und aus Glas oder Speckstein. Die Auseinandersetzung mit dem Glauben, vor allem im Werk von Josef Schneck seit Jahrzehnten ein zentrales Thema, ist für die Künstler der Gruppe der erste gemeinsame Beitrag zu einer Ausstellung.
Rudi Seidl
Rudi Seidl hat der Aquarellmalerei ein unverwechselbares Timbre verliehen: Wären sie ein Lied, so klängen die Bilder weich, tiefgründig, melancholisch, weit weg und doch nah, fast schwerelos. Stets das Neue im Motiv suchend, hat Rudi Seidl sich in vielen Jahren Schaff enskraft der Interpretation der Landschaft gewidmet. Diese Bilder duften nach Erde, nach Laub und nach Gras. Man spürt den Hauch des Nebels auf der Haut. Man ist ein wenig ehrfürchtig angesichts der Weisheit, die die Landschaften ausstrahlen. Dann wieder duftig und heiter und von unbeschreiblicher Leichtigkeit ... Rudi Seidl ist ein Maler
mit vielen Facetten, der den Bayerischen Wald als Künstlerhochburg entscheidend mitgeprägt hat.
Susanne Zuda
Märchenhafte, farbenfrohe Szenerien, die erzählen von Trost, Mut, Freundschaft, Obhut und Liebe - die Bilder sind eine Ode an die Zuwendung als Waff e gegen die drohende Verrohung. Susanne Zuda erinnert an die Schlichtheit menschlicher Bedürfnisse und bedient sich des Mittels der Überzeichnung durch Farbenpracht und Detailreichtum. Im Mittelpunkt stehen das Individuum, die Kreatur in ihrer Einzigartigkeit, die Natur in ihrer Zerbrechlichkeit und die Stille. Es sind Fabelgeschichten, die den Betrachter einladen, ein Stück von sich selbst darin zu fi nden, sich einzulassen auf eigene Sehnsüchte, Ängste
und Erinnerungen, mitzukommen auf die Reise und losgelöst zu sein von aller Last.
Regina Fleck
malt bevorzugt mit Acryl, Pastell, Kohle und Tusche. Ihr großes Motivspektrum nährt sich aus der Zuwendung zu Mensch und Natur. Als leidenschaftliche Erkunderin ihrer Nationalparkheimat fi ndet sie ihre Bilder in der direkten Begegnung. Ihre Interpretationen sind sensibel, mal heiter, mal melancholisch, ihr Strich ist dynamisch und ausdrucksstark und voller Lebensenergie. Das verleiht dem Werk die bestechende Klarheit. Auf diesem Grat zwischen Humor und Kauzigkeit und tiefer Sinnlichkeit wandert Regina Fleck virtuos umher, ausprobierend, gestaltend und entdeckend.
Michael Schreiner
Fest verwurzelt in der Glasszene und aus einer Glasmacherfamilie stammend, ist Michael Schreiner ein kunstfertiger Vertreter des edlen Glasschnitts. Unverwechselbar sind seine Motive, eine Mischung aus ethnischen und grafi schen Elementen und stilisierten Tierfi guren. Sie „betanzen“ das Glas, hauchen ihm Leben ein und strahlen eine tiefe Würde aus. Mal tief geschnitten, mal umhüllt von einer kühlen Glasschicht laden die liebevoll bearbeiteten Stücke zum Erspüren und Ergründen ein. Jedes in Glas gefasste Bild mutet geheimnisvoll, ja unergründlich an und strahlt eine große Ästhetik aus.
Siegfried Stockbauer
Der Maler Siegfried Stockbauer schreibt mit seinen Bildern die Geschichte und die Entwicklung seiner Waldheimat im Nationalpark mit. Er erkennt die Spannung in den Szenen, die sich dort oben an Rachel und Lusen scheinbar unbemerkt abspielen und fängt sie ein. Die ewige Veränderung und Weiterentwicklung, man vermeint sie zu erkennen in den Aquarellen und Pastellen. Dort fi ndet man noch einen Rest von Schnee, morgen schon ist er verschwunden ... Den Blick dafür schulte Siegfried Stockbauer wahrscheinlich in den vielen Jahrzehnten als ehrenamtliches, aktives Mitglied in der Bergwacht. So zurückhaltend wie der Maler selbst ist das Werk und es vermag doch so viel zu erzählen. Gerne verlässt er die Thematik Wald und widmet sich den Städten - nicht ohne auch deren Dynamik in einem Augenblick für immer festzuhalten.
Josef Schneck
Das Werk von Josef Schneck ist ein klares Bekenntnis. Kompromisslos off en legt er frei, was gerne unausgesprochen bleibt oder lieblich verblümt werden möchte. Es ist ein Bekenntnis zum Menschen, den er in all seinen positiven und negativen Eigenschaften in den Mittelpunkt stellt. Liebevoll zugewandt und freundlich oder garstig verzerrt in seiner Gier und seiner mangelnden Moral. Es ist ein Bekenntnis zum Leben und zum lustvollen Genuss und ein Bekenntnis zu Verfall und Siechtum. Und es ist ein Bekenntnis zu seiner tiefen Religiosität, in der er gleichfalls alles Widersprüchliche darzustellen sucht.
So kompromisslos offen wie die Motive sind die starken Farben - expressiv, intensiv, explosiv. Er ist Maler mit Leib und Seele. Fern aller Hübschmalerei bleibt sich Josef Schneck treu - bis über die eigene Schmerzgrenze hinaus.
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